Einfach magischDiese Worte kommen einem direkt in den Sinn, wenn man die abgelegenen Paparoa Berge und ihre Trails beschreiben soll. Der Paparoa Track ist einer der neuseeländischen „Great Walks”. Das sind ausgewählte  Wanderwege vom „Department of Conversation” und führen durch die schönsten Gegenden des Landes. Der Paparoa Track darf von Mountainbikern und Wanderern gleichermaßen genutzt werden. Er liegt an der atemberaubenden Westküste, die für ihre Abgeschiedenheit, die exotische Natur und das extreme  Wetter bekannt ist. Es ist immer wieder ein Privileg diesen speziellen Teil Neuseelands zu bereisen und besonders mit dem Mountainbike. 

Photo: Callum Wood

Ich hatte das Glück diesen Weg kürzlich fahren zu können. Er führt durch dichten neuseeländischen Regenwald, alpine Gipfel und Kalksteinlandschaften. Auf einer Seite hat man atemberaubende Ausblicke auf den Ozean und der Anderen den wunderschönen Wald. Hier ist man buchstäblich auf den Spuren der alten Goldgräber aus den frühen 1800er Jahren, die als Erste diese Bergkämme durchwanderten. 

Bikepacking ist eine der besten Methoden, um die Seele zu stärken, eins mit der Natur zu werden und sich selbst zu finden. Wenn man es richtig angeht und sich gut vorbereitet, geht man mit neuer Kraft und motivierter aus einer solchen Reise hervor. Genau jetzt ist der beste Zeitpunkt, um den Städten und dem Alltag zu entfliehen und frische Luft in der Natur einzuatmen. 

Photo: Callum Wood

Es kann einen schnell vor eine Herausforderung stellen, wenn man noch nie mit dem Bike unterwegs war und nicht genau weiß welche Ausrüstung man am besten mitnehmen soll. Man sollte sich genügend Zeit nehmen, um alles zusammen zu packen. Es dauert einige Reisen, bis man die Kunst des minimalistischen Packens beherrscht. Man muss immer daran denken, dass man den Rucksack auch jeden täglichen Anstieg mit nach oben bringen muss. 

Bei jeder Reise gibt es kleine Anpassungen bezüglich der gewählten Ausstattung. Macht vorher eure Hausaufgaben damit ihr nichts Wichtiges vergesst oder etwas Unnötiges mitnehmt. Hier ist meine Auflistung, welche Dinge ich für eine 54 km lange Tour inklusive Übernachtung in einer Hütte des „Department of Conversation” gepackt habe. 

 

Los geht’s mit dem Packen. 

 

Kleidung 

  

  • Bike Kleidung – 1x Set (Hose, Oberteil, Socken, gepolsterte Radhose). Verwendet eure Bike Kleidung vom Vortag wieder. Lüftet die Kleidung in der Hütte oder am Lagerfeuer aus. Ich fahre nur in meiner Mons Royale Merinowolle. Sie riecht nicht, wenn ich sie zwei oder drei Tage hintereinander trage. 
  • Regenjacke (wenn möglich Gore Tex) ­– Pflicht! Ich kann es nicht oft genug betonen. Selbst wenn die Vorhersage gut aussieht, kann sie sich innerhalb von Minuten ändern. 
  • Strumpfhosen/Leggings. Ich nehme meine Mons Royale Skihose mit. In den Bergen wird es kalt. Sogar im Sommer. Außerdem schützt sie mich vor Mücken.  
  • Ein zusätzliches Paar Socken. Trockene Socken auf der Hütte machen dich glücklich! 
  • Hütten Crocs. Funktion geht vor Mode.  
  • Kleine, bauschige Jacke, die sich auf ein Minimum reduzieren lässt. Ideal für Notfälle oder um sie im Schlafsack zu tragen, wenn man zum Beispiel sehr verfroren ist, wie ich. 

Das ist ein Teil der Ausstattung. Diesen habe ich einen Abend vorher in unserer gemieteten Wetterschutzhütte vorbereitet. 

 

 

 Ausrüstung 

Auch hier kommt es wieder darauf an, ob du zelten oder in einer Hütte übernachten willst. Matratzen, Gas und Kocher werden auf dem Paparoa Track durch die Hütten zur Verfügung gestellt. 

  • Schlafsack. Normalerweise reicht jeder Schlafsack, der für -10 Grad geeignet ist. 
  • Leichter Becher, Schüssel und Löffel. 
  • 20-30 Liter Rucksack mit guten Hüft- und Brustgurten. 
  • Müllsäcke. Denkt daran wieder mitzunehmen, was ihr mitgebracht habt. Diese können auch als Packsäcke verwendet werden.  
  • Multitool inklusive Kettennieter. 
  • Kettenschlösser. 
  • Ersatzschlauch und Flickzeug für Reifenpannen. 
  • Handpumpe. 

Das ist das absolute Minimum an Fahrradwerkzeug. Sprecht euch vor Fahrtbeginn ab, wenn ihr in einer großen Gruppe unterwegs seid. Dann könnt ihr die Utensilien und die Last verteilen. Vergewissert euch vor der Abfahrt, dass eure Fahrräder in einwandfreiem Zustand sind. Damit kann man technische Probleme vorbeugen. 

 

 Nahrung 

Das Wichtigste auf jeder Reise. Nicht nur um dich zu versorgen, sondern auch als Teil des Erlebnisses. „Echte” Lebensmittel sind immer am besten. Aus Gewichtsgründen sollte man doch manchmal auf dehydrierte oder getrocknete Lebensmittel zurückgreifen. Die sind auch sehr lecker! 

Einige Möglichkeiten: 

  • Vorbereitete Erdnussbutter Marmeladen Sandwiches. In Alufolie halten sie sich gut. 
  • Dehydriertes Kartoffelpüree. Das schmeckt beim Bikepacking sehr lecker. Und die Kohlenhydrate sind absolut notwendig.  
  • Studentenfutter. Aufgepeppt mit M&Ms. 
  • Proteinreiche Müsliriegel. 
  • Dunkle Schokolade. Keine Erklärung nötig. 
  • Zum Frühstück: Porridge mit Rosinen und Nüssen. Die Wärme wird dich an kalten Morgenden in Schwung bringen. 
  • Kaffee. Ganz klar. Nimm ein paar extra Tütchen für deine Freunde mit! 

 

 Snacks und Kaffee für alle. 

 

Weitere Tipps:  

Stelle dein Fahrwerk entsprechend ein. Die Anstiege und Abfahrten sind in der Regel länger als bei einer normalen Tour. 

Eine Uhr oder einen Fahrradcomputer können dir helfen, die Kilometerleistung im Auge zu behalten! So kannst du deine Energie oder den Zeitpunkt zum Essen besser einschätzen!  

Nimm für deine elektronischen Geräte Zip Beutel mit.  

Ein, zwei Dosen Craftbier für den Gipfel sind zwar schwer, aber die Mühe wert. Alternativ dazu ist ein Weinbeutel (oder Goon in Neuseeland) immer ein Genuss und kann in der Gruppe geteilt werden. 

Photo: Callum Wood. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in den Hütten ist das Ausfüllen des Gästebuches und das Betrachten von vorherigen Einträgen der Anderen, die den Weg genossen haben.

 

 

Gehe das Bikepacking ruhig an. Du befindest dich nicht auf einem Rennen. Du bist mitten im Nirgendwofernab von Zivilisation und Notdiensten. Es geht um die Erfahrung und die Reise. Bikepacking ist eines der befriedigendsten und wohltuedsten GefühleVor allemwenn man es mit anderen teilt. 

 

 

Bikepacking bringt dich an einzigartige Orte, die oft außerhalb der “Norm” des täglichen Lebens liegen. 

 

 

Was ich am Backcountry Fahren liebe istdass alle Arten von Fahrern aus allen Lebensbereichen zusammen kommenEingefleischte Lycra Fahrer, 60-jährige “Väter” auf Hardtails, Gruppen von FreundinnenFamilien und viele mehr. Die Trails verbinden und lassen uns für einen Moment näher zusammen rücken. 

 

Alle mit dem gleichen Ziel – Leidenschaft für die gemeinsame Sache. 

 

Photo: Callum Wood


Kelsey completed her bikepacking journey on her Pivot Switchblade.

Kelsey Timpany

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