Es gibt zwei verschiedene Menschen auf dieser Welt. Die die Mechanik an Fahrrädern lieben und die, die es nicht tun.

Ich falle in die letzte Kategorie. Viele meiner Freunde haben es immer wieder versucht mir die simple Mechanik zu erklären und ich gab mein Bestes, zuzuhören aber meine Gedanken schweiften ab zu Dingen die mir wichtiger waren wie zum Beispiel Dirt Merchant oder ALine.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass ein gut eingestelltes und gewartetes Bike sehr wichtig ist. So wichtig, dass es auch die eigene Weiterentwicklung der Fähigkeiten beeinflusst. Mit einem sauberen Setup gewinnt man an Selbstvertrauen, weiß wie sich das Bike in einer bestimmten Situation verhält und was passieren wird.

Ich habe mich mit Experten und Anfängern unterhalten und die Top 5 der wichtigsten Tipps zusammengestellt für die Leute, die wie ich eben nicht ganz so versiert sind beim Schrauben. Diese Tipps sollten euch mehr Zeit auf den Trails bescheren und die Abstände zwischen den Wartungen verlängern und euch dafür sensibilisieren, worauf es ankommt.

 

1. Was ist der Sechskant-Schlüssel und wo brauche ich ihn?

Werkzeuge. Es ist essenziell wichtig eigene Werkzeuge zu haben und zu wissen, wie man mit ihnen umgeht. Wenn ich nicht meine eigenen Werkzeuge in Reichweite habe, bin ich deutlich weniger motiviert eine Wartung durchzuführen. Hier eine Übersicht meiner Werkzeugkiste mit den Teilen die mein Bike in Schuss halten:

  • Sechskant-Schlüssel: Größen von 1,5 mm – 10 mm
  • Kettenschmiere: Einfach in der Anwendung, aufschrauben, auftragen
  • Reinigung: Dein Bike sollte immer möglichst sauber sein! Gute Reinigungsprodukte helfen mir hierfür motiviert zu bleiben.
  • Luftdruckprüfer: Dein Reifendruck sollte dir immer bekannt sein. Idealerweise schreibst du dir ihn direkt auf deine Werkzeugkiste.

 

2. Schrauben-Check

Überprüfe regelmäßig alle Schrauben auf dem nachfolgenden Schaubild. In der Regel deckst du mit Sechskantschlüsseln in 4 mm, 5 mm und 6 mm alles ab was du brauchst. Besonders die Schrauben in der Umlenkung vergisst man gerne mal. Überprüfe auch diese.

 

3. Reifendruck

Der richtige Reifendruck ist essenziell wichtig, da der Reifen die Schnittstelle zum Trail darstellt. Es ist nicht immer ganz einfach den richtigen Wert zu ermitteln, da dieser von vielen Variablen abhängig ist. Felge, Reifenbreite, Reifenmodell, Karkasse, Fahrergewicht und Fahrstil sind hierfür die Grundparameter. Mit zu viel Reifendruck kann sich das Bike zu harsch und entkoppelt vom Boden anfühlen. Zu wenig Druck und alles fühlt sich undefiniert, instabil und langsam an.

 

Zu viele Informationen? Für mich auch. Als Faustregel lässt sich sagen, das man bei den meisten Bikes und Trails am Hinterrad einen Druck zwischen 22 und 32 psi (1,5 – 2,2 bar) und an der Front entsprechend 2 – 3 psi (0,15 – 0,2 bar) weniger gut beraten ist. Idealerweise experimentiert man mit verschiedenen Luftdrücken auf dem Trail und macht sich im Telefon Notizen darüber was sich gut, schlecht oder gar furchtbar angefühlt hat.

 

4. Schmierung

Wenn du deine Kette regelmäßig schmierst, verlängert das die Lebenszeit deines Antriebs. Wie wir alle wissen, kann sowas sonst schnell teuer werden. Ein gut geschmiertes Bike funktioniert besser, ist leiser und deine Schaltvorgänge sind sauber und direkt. Eine geschmierte Kette ist die einfachste Form von Bikepflege und man sollte das vor jeder Ausfahrt machen. Kugellager und Steuersätze sind ein weiterer Ort, der immer gut gefettet sein sollte. Das überlasse ich aber lieber den Experten.

5. Fahrwerksabstimmung

Die Abstimmung deines Fahrwerks entscheidet maßgeblich darüber wie sich dein Bike anfühlt und wie es sich verhält. Ein gut abgestimmtes Bike kann dir deutlich mehr Sicherheit vermitteln und dafür sorgen, dass du schneller besser wirst.

Bei der Abstimmung von Dämpfer und Federgabel gilt es die Balance zwischen Sensibilität und Support zu finden. Sensibilität beeinflusst die Reaktion auf kleine Schläge und wie deine Reifen Bodenkontakt halten. Wenn du aktiv durch Wellen drückst oder über Sprünge abziehen möchtest, dann gilt es einen gewissen Gegenhalt im Fahrwerk zu generieren und Reserven für härtere Landungen und Hindernisse bereitzuhalten.

In Summe ist dies ein sehr großes und komplexes Thema beim Mountainbiken. Fängt man an sich damit zu beschäftigen ist das ein wenig wie die Büchse der Pandora also hier mein Ratschlag: Nimm dir die Zeit dich in diese Thematik einzulesen ODER wenn du eher wie ich bist, suche dir einen Spezialisten für den Setup und den Service deiner Dämpferelemente. So einfach geht es auch.

Simple Tipps aus unserer Gruppe

In unserer Gruppe für gemeinsame Ausfahrten hier in Queenstown habe herumgefragt, welche Tipps jede hat für Anfänger, Kosten und grundlegende Pflegetipps:

„Kaufe Kettenöl.“ – Kara

„Was ist Bikepflege?“ – ebenfalls Kara

„Kann man einen Freund dazu abrichten das Bike zu reparieren? Meins bräuchte Pflege.“ – Savannah

„Ich empfehle immer die Suspension sauber zu halten. Da gibt es bestimmt einen Fachausdruck dafür.“ – Zoe

„Schrauben fest? Speichenspannung stimmt?“ – Sav

„Mit einem Hochdruckreiniger sollte man nicht direkt auf Dämpfer und Federgabel oder generell die Lager halten. Durch den hohen Druck wird der Dreck und Feuchtigkeit nur in die Lager gedrückt und alles verschleißt schneller.“ – Heather

„Vermeide den Bremshebel zu ziehen, wenn deine Laufräder ausgebaut sind. Dadurch rücken die Beläge so weit aus, dass du sie mit einem Messer wieder auseinanderdrücken musst.“ – Annie

„Prüft eure Schrauben! Als ich meine Pedale längere Zeit nicht überprüft hatte, konnte ich die mit der Hand rausdrehen.“ – Brydee

„Wenn du vergessen hast deine Kette zu ölen und es quietscht arg im Anstieg, gebe etwas Wasser auf die Kette.“ – Charlotte

„Verkratze. Deine. Standrohre. Nicht.“ – Lucy

Hausaufgaben?

Es ist ok, wenn du dir Bikepflege nicht leicht von der Hand geht oder es dir nicht so viel Spaß macht. Glücklicherweise ist das Internet in Füllhorn für Informationen und solltest du jemals nicht weiterwissen, frag deinen Freund Google. Die meisten Mountainbike-Communities sind sehr hilfsbereit und wenn du mal Hilfe brauchst, ist sich selten jemand zu schade dir zu helfen. Einfach nur, weil es ihnen Spaß macht.

Kelsey Timpany

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